In der Konferenz „Zwischen Macht und Ohnmacht. Wirtschaftliche Ungleichheit in unserer Demokratie“ wollen wir die vielschichtigen Zusammenhänge zwischen ökonomischer Ungleichheit und Demokratie näher beleuchten und uns auch mit unseren eigenen Erfahrungen wirtschaftlicher Ungleichheit beschäftigen. Wirtschaftliche Ungleichheit hat weitgehende Auswirkungen auf viele Gesellschaftsbereiche:
- Eine ungleiche Verteilung von Einkommen und Vermögen führt dazu, dass eine kleine Elite großen Reichtum anhäuft und ihre Entfaltungsmöglichkeiten vergrößert, während ein Großteil der Bevölkerung mit begrenzten finanziellen Mitteln auskommen muss.
- Zugang zu hochwertiger Bildung ist stark von der wirtschaftlichen Situation abhängig. Kinder aus wohlhabenden Familien haben bessere Chancen auf eine Ausbildung in guten Schulen und Universitäten, was ihre zukünftigen Einkommensmöglichkeiten erhöht.
- Wirtschaftliche Ungleichheit wirkt sich auch auf den Zugang zu hochwertigen Gesundheitsdiensten aus und führt zu Unterschieden in der Lebenserwartung und der allgemeinen Gesundheit.
- Wohlhabende Menschen leben meist in sicheren und komfortablen Wohngegenden. Ärmere Bevölkerungsschichten können sich nur schlechtere Wohnverhältnisse leisten.
Welche Gefahren für unsere Demokratie können durch wirtschaftliche Ungleichheit entstehen?
- Hohe wirtschaftliche Ungleichheit erhöht die Unzufriedenheit. Benachteiligte Bevölkerungsgruppen fühlen sich ausgeschlossen und ungerecht behandelt.
- In Gesellschaften mit hoher Ungleichheit nimmt der gesamtgesellschaftliche Zusammenhalt ab. Das kann zu Fragmentierungen und Spannungen zwischen verschiedenen Gruppen führen.
- Wohlhabende Menschen und finanz-starke Unternehmen nutzen ihre Möglichkeiten, um politischen Einfluss auszuüben und politische Entscheidungen zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Dies verzerrt die demokratische Repräsentation.
- Wirtschaftliche Ungleichheit beeinflusst den Zugang zu Bildung, Gesundheit und anderen grundlegenden Dienstleistungen und verringert umgekehrt die Chancen für Aufstieg und Gleichheit.
- Wer den Eindruck hat, nicht angemessen politisch vertreten zu werden, kann das Vertrauen in demokratische Institutionen verlieren. In weiterer Folge kann das zu politischer Apathie oder zur Unterstützung extremistischer Bewegungen führen.
Gleichheit und die gleiche Würde aller Menschen gehören zum Fundament der Menschenrechte. Menschenrechte wollen eine Grundlage für Gleichheit zu schaffen, indem allen Menschen dieselben grundlegenden Freiheiten und Schutzrechte garantiert werden. Umgekehrt verhindert Ungleichheit, dass Rechte tatsächlich für alle gleichermaßen realisiert werden und dass Chancengleichheit gewährleistet ist.
In einem einleitenden Vortrag werden die Zusammenhänge zwischen Demokratie und wirrtschaftlicher Ungleichheit aufgezeigt und auch Perspektiven für Lösungen eröffnen.
Im zweiten Teil unserer Konferenz wollen wir uns mit unseren persönlichen Erfahrungen von wirtschaftlicher Ungleichheit beschäftigen. Josef Merk (Mehr Demokratie Dtl.) wird die Methode "Sprechen & Zuhören" moderieren rund um die Frage "Was macht wirtschaftliche Ungleichheit mit uns?".
Im abschließenden Teil der Konferenz werden wir die gesammelten Erfahrungen mit der Methode "Sprechen & Zuhören" und auch die entstandenen inhaltlichen Überlegungen gemeinsam reflektieren.
Der Ausklang mit einem Buffet der Migrationsinitiative "Über den Tellerrand" wird Möglichkeit zum Weiterdiskutieren und zum Vernetzen bieten.
PROGRAMM
14.00 Ankommen
14.30 Begrüßung und Einführung
14.45 Keynote
15.30 Kaffeepause
15.45 Sprechen & Zuhören
17:00 Kaffeepause
17.15 Reflexion
18.00 Ausklang mit Buffet
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